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Homosexuelle Opfer des Nazi-Regimes

Homosexuelle Opfer des Nazi Regimes

Im Mai 1945 kapitulierte die Deutsche Wehrmacht bedingungslos. Der Zweite Weltkrieg ging zu Ende. Nachdem dieser mehrere Millionen Opfer gefordert hatte, sollte eine neue Ära der Weltgeschichte starten.

Die Toten und Verfolgten dieser dunklen Zeit sollten jedoch niemals vergessen werden. Unter anderem wurden seitens des NS Regimes auch Schwule verfolgt. Schon vor dem eigentlichen Beginn des Krieges, nämlich im Jahre 1936 wurde die sogenannte „Reichszentrale zur Bekämpfung der Homosexualität und Abtreibung“ ins Leben gerufen. Ihre Aufgabe: durch den Kampf gegen die Homosexualität sollte einer zu niedrigen Bevölkerungsdichte vorgebeugt werden.

Nazis sahen Schwule als „Volksschädlinge“ an

Schwule, so die Meinung der Nationalsozialisten, schadeten dem Volk. Immerhin konnten sie nicht zu dessen Vermehrung beitragen. Begriffe wie „entartet“ oder „Volksschädling“ gehörten im Zusammenhang mit Homosexuellen zum Standard. Als „Feinde des Staates“ wurden sie letztendlich auch strafrechtlich verfolgt.

Besonders interessant: auch wenn Lesben nach Ansicht der Nazis natürlich auch nicht zum „Idealbild“ gehörten, gibt es vergleichsweise wenige Quellen, aus denen hervorgehen würde, dass ähnlich hart mit den Frauen wie mit den Männern umgegangen worden sei.

Ab dem Jahr 1935 wurden Schwule dann tatsächlich auf der damals geltenden Rechtsgrundlage verfolgt. Viele Bürger „verrieten“ ihre Nachbarn an die Gestapo, wenn sie den Verdacht hegten, er könne schwul sein. Etliche landeten im Gefängnis. Besonders erschreckend: das Gesetz, das all diese Verhaftungen und Bestrafungen ermöglichte, wurde erst zum Ende der 1960er Jahre außer Kraft gesetzt.

Wer schwul war und nicht nur einen Partner hatte bzw. beim Sex mit mehreren Männern erwischt wurde, musste mit noch empfindlicheren Strafen rechnen. Unter anderem wurden viele Betroffene deportiert. Angekommen im jeweiligen KZ – meist in Buchenwald oder Sachsenhausen – wurden sie oft von den Wachmännern gedemütigt und gequält. An ihnen wurden auch nicht selten medizinische Experimente ausgeführt.

Arbeiten bis zum Tod – schwule Männer im KZ

Wie viele schwule Männer in die KZs der Nationalsozialisten deportiert wurden, kann heute nur noch geschätzt werden. Viele geschichtliche Quellen sprechen von mindestens 10.000 Menschen.

Einige von ihnen wurden vor die Wahl gestellt: KZ oder Kastration? Oftmals entschieden sich SS und Co. auch dazu, die Angeschuldigten direkt bzw. zeitnah im Konzentrationslager zu töten. Unter anderem war es übrigens Heinrich Himmler, der dafür sorgte, dass die Möglichkeiten, Homosexualität zu bestrafen, immer detaillierter wurden.

Schwule und andere Opfer in der NS Zeit

Wer sich mit der Geschichte des Zweiten Weltkrieges befasst, erkennt schnell, dass es das klassische Feindbild der Nationalsozialisten nicht gab. Vielmehr setzt sich die Opfergruppe aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen.

Vor allem die Erinnerungskultur im Zusammenhang mit den zahlreichen homosexuellen Menschen, die beispielsweise in Konzentrationslagern getötet wurden, spielt seit einigen Jahren eine immer größere Rolle. Zahlreiche Ausstellungen und andere Dokumentationen belegen, wie akribisch die Nazis vorgingen, um ihre „perfekte Rasse“ zu schaffen. Zahlreiche Historiker befassen sich heutzutage mit der Aufarbeitung des Themas. Hier gibt es noch viele blinde Flecken, die womöglich noch deutlicher in den Fokus der Forschung gerückt werden müssen.

Unter anderem geht es auch immer mehr jungen Historikern darum, Einzelschicksale zu beleuchten und aufzuzeigen, wie sich Schwule langsam zum Feindbild entwickelten.

So könnte es in Zukunft möglich sein, das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte noch vielseitiger zu beleuchten und durch Aufklärung dafür zu sorgen, dass sich entsprechende Entwicklungen nie wieder wiederholen.

Auch interessant: Schwul in den 1970ern – was sagte eigentlich Dr. Sommer?


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