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Ungarn verbietet Homosexuellen die Adoption

Ungarn: Parlament verbietet Homosexuellen Adoption von Kindern

Seit einiger Zeit versucht die ungarische Regierung, die Rechte für sexuelle Minderheiten einzuschränken.

Jetzt sorgt Viktor Orbán für den nächsten Skandal. Er und seine Partei verbieten homosexuellen Paaren die Adoption von Kindern.

Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine von vielen Einschränkungen, die gleichgeschlechtliche Paare in Ungarn hinnehmen müssen.

Die Partei rund um Viktor Orbán fährt allgemein einen feindlichen Kurs gegenüber der LGBTQ Szene. Christliche Werte und „normale“ Standards sollen in Ungarn beibehalten werden. Die Folge: Unterdrückung und Diskriminierung.

Welcher Beschluss sorgte für Zündstoff?

Mit dem neuesten Beschluss werden die Fronten zwischen einer konservativen Politik und liberalen Idealen nur noch weiter verhärtet.

Die Begründung für das Adoptionsverbot klingt absurd: „Vater ist Mann, Mutter ist Frau.“ Mit diesem „Argument“ wurde der dazugehörige Beschluss veröffentlicht.

Mit dem Verbot soll die „christliche Kultur“ in Ungarn geschützt werden. Kinder sollen ihr Geschlecht mit der Geburt „erhalten“. Eine rechtliche Eintragung eines anderen Geschlechts ist seit Mai 2020 in Ungarn nicht mehr möglich.

Die Folgen, die mit diesem Beschluss einhergehen, zeigen sich auf verschiedenen Ebenen und wirken bedrückend. Denn: ein normales Leben für homosexuelle Menschen ist in Ungarn somit beinahe unmöglich. Doch genau das scheint das Ziel der Partei rund um Viktor Orbán zu sein.

Jede sexuelle Orientierung – abgesehen von dem, was als „normal“ gilt – wird von der ungarischen Regierung nicht gern gesehen. Ähnliches gilt übrigens auch für Roma und Asylsuchende.

Beim Adoptionsverbot handelt es sich jedoch nicht um die einzige neue geplante Einschränkung.

In den Bereichen Bildung und Erziehung sollen konfessionsneutrale und Pro LGBTQ Inhalte verboten werden. Das bedeutet, dass die entsprechenden Werte auch an die nachfolgenden Generationen weitergegeben werden. Kinder werden also nicht lernen, dass Menschen mit einer anderen sexuellen Orientierung als „CIS“ ebenfalls zu einer funktionierenden Gesellschaft gehören.

Empörung und Kritik von vielen Seiten

Viele Menschen in Ungarn und über die Landesgrenzen hinaus sind empört über diese Nachricht. Immer wieder werden die Neuerungen als „diskriminierend“ und „homophob“ bezeichnet.

Der Alltag in Ungarn zeigt leider auch immer wieder, dass sich die Vorurteile gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren schon lange in den Köpfen der Menschen festgesetzt haben. Viele von ihnen haben beispielsweise Angst, ihre Liebe auf offener Straße zu zeigen, da sie ansonsten angefeindet oder sogar körperlich angegriffen werden.

EU gegen Ungarn?

Homosexualität und der Wunsch nach einer offenen Gesellschaft sind jedoch nicht die einzigen Themenbereiche, an denen sich Victor Orbán aktuell stört.

Unter anderem scheint er sich in einigen Bereichen auch nicht mehr mit den Grundsätzen der EU identifizieren zu können. Die Tatsache, dass es nötig ist, sich als Empfänger von Geldern, die seitens der EU gezahlt werden, auch an die Ideale der EU zu halten, scheint den Staatschef derart zu stören, dass er sich offensichtlich auf der Suche nach einem Plan B befindet. Ungarn wäre dann weniger abhängig von den Werten der EU.

Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, das offensichtlich wird, wie stark das Land sich gegen die Rechte von Homosexuellen bzw. Angehörigen der LGBTQ Szene stellt. Es fällt schwer, auf ein Einlenken zu hoffen. Dafür sind die Fronten mittlerweile zu verhärtet. Auch die Appelle führender Politiker stießen (zumindest bisher) auf taube Ohren.

Mit dem Adoptionsverbot bewegt sich das Land definitiv in eine fragwürdige Richtung, die einen Kurswechsel – zumindest in naher Zukunft – ausschließen dürfte.

 

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