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Viktor Orbán wettert gegen Regenbogenfamilien

Ungarn Viktor Orbáns Kampf gegen LGBTQ und Regenbogenfamilien

Eigentlich sollte eine Gedenkfeier, die zum Erinnern an die Opfer des Ersten Weltkrieges aufruft, von dem Gedanken an Frieden und Einheit geprägt sein. Es mutet daher ein wenig haarsträubend an, dass Viktor Orbán eine entsprechende Veranstaltung einmal mehr dazu nutzte, um gegen die Regenbogenfamilien des Westens zu wettern.

Der Politiker beschwor seine Anhänger darauf, sich in dieser Hinsicht gegen den Westen zu stellen. Der Grund: die westlichen Länder wurden unter anderem Homosexualität und Atheismus unterstützen.

Viele ungarische Medien berichten mittlerweile, Orbán habe den Anlass dazu genutzt, zu erklären, dass der Westen nicht mehr an die Familie glaube. Er schimpfte unter anderem über die offenen, toleranten Gesellschaften und eine angeblich vorherrschende Gottlosigkeit.

Orbán stellt sich schon lange gegen Regenbogenfamilien

Bei der Gedenkfeier zum Ersten Weltkrieg handelt es sich nicht um den ersten Anlass, bei dem Orbán sich gegen Regenbogenfamilien, Homosexualität und Toleranz ausspricht. Auch in der Vergangenheit wetterte er bereits darüber, dass das klassische Familienmodell (gemeint ist die Ehe zwischen Mann und Frau) für viele Menschen nicht mehr existent sei.

So ist es sicherlich nur noch eine Frage der Zeit, bis Ungarn noch feindlicher gegenüber Homosexuellen sein wird, als es ohnehin schon der Fall ist.

Zudem ist erschreckend, dass es sich bei den Äußerungen Orbán nicht nur um bloße Statements handelt, sondern dass diese mittlerweile auch von Gesetzen untermalt werden. Hieraus ergibt sich unter anderem zweifelsfrei, dass Menschen, die trans- bzw. intersexuell sind, nicht dieselben Rechte haben wie diejenigen, die – zumindest laut Viktor Orbán – in einer „normalen“ Beziehung leben.

Bei letztgenanntem Gesetz handelt es sich jedoch nur um einen weiteren Schritt in Richtung LGBTQ-Feindlichkeit für das Land Ungarn. Denn: Homosexuelle dürfen hier nicht heiraten, Regenbogenfamilien sind in den Augen derer, die die konservative Einstellung Orbáns teilen, keine richtigen Familien. Weiterhin greift der Politiker verstärkt in den Lehrplan von Schulen und Universitäten ein, um zu verhindern, dass junge Menschen über Themen wie „Homosexualität“, „Gender“ und Co. aufgeklärt werden.

Ungarn und Homosexualität – ein „besonderes“ Thema

Ungarn gehört zu den Ländern, in denen das Thema „Homosexualität“ seit vielen Jahrzehnten kontrovers diskutiert wird. Während im Jahre 1878 noch homosexuelle Handlungen (zwischen Männern) bestraft wurden, kam es in den 1960er Jahren zur Wende. Von da an galt es nicht mehr als kriminell, schwul zu sein.

Nun jedoch davon auszugehen, dass es immer leicht wäre, in Ungarn als schwuler Mann zu leben, ist definitiv falsch. Denn: immer wieder erheben sich – vor allem rechte – Kräfte, die die Rechte der Schwulen wieder einschränken wollen. Eine besondere Zäsur stellte in diesem Zusammenhang das Jahr 2012 dar. Hier wurden unter anderem Anträge gestellt, mit denen erreicht werden sollte, dass Gaybars geschlossen und CSDs verboten werden sollten.

Vor allem in Budapest kann die homosexuelle Szene jedoch als vergleichsweise stark bezeichnet werden. In der Hauptstadt findet nach wie vor in jedem Jahr ein Christopher Street Day statt. Die entsprechenden Veranstaltungen stoßen jedoch oft auf heftige Gegenwehr. Vor allem konservative Bürger stellen sich den CSDlern regelmäßig gegenüber. Manchmal kommt auch Gewalt zum Einsatz.

Aber: die Stärke der Community und deren Engagement zeigt, dass es sich durchaus lohnt, auch in einem Land, das von einem konservativen Politiker wie Viktor Orbán gelenkt wird, für seine Rechte zu kämpfen. Die Thematisierung einer Gleichstellung rückte im Laufe der Jahre mehr und mehr in den Fokus. Auch viele heterosexuelle Ungarn sind mittlerweile der Meinung, dass die Homoehe mit denselben Rechten wie die Hetero-Ehe bedacht werden sollte.

Es wäre dementsprechend sicherlich falsch, die Hoffnung vorzeitig aufzugeben.

 

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