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„God’s Own Country“ nur in der zensierten Version bei Amazon Prime?

God's Own Country

Die Anzahl der Filme und Serien, in denen Homosexualität in all ihren Facetten dargestellt wird, wird immer größer. Aktuell sorgt jedoch eine ganz besondere News rund um das Drama „God’s Own Country“ für Aufsehen.

Denn: Francis Lee, der Regisseur des Films, lässt aktuell recherchieren, ob das Werk zensiert worden sein könnte. Via Twitter bat er die Fans daher, sich das Drama nicht anzusehen, bis hierüber Klarheit herrscht. Schuld an der gekürzten Version sei jedoch wohl nicht Amazon selbst, sondern vielmehr der Verleiher Samuel Goldwyn Films.

Doch was könnte eigentlich hinter einer Zensur dieser Art stecken? Wer könnte profitieren?

Eine Zensur als Statement?

Auch in einer Zeit, in der ein schwuler Bachelor auf die Suche nach der großen Liebe geht, scheint es vielen Menschen immer noch schwerzufallen, homosexuelle Liebe in einer Serie oder in einem Film zu sehen.

Wollte man die Zuschauer nicht „verschrecken“? Wollte man erreichen, dass sich noch mehr Streamingdienste dazu entschließen, „God’s Own Country“ ohne „schlechtes Gewissen“ zu senden? Wollte man konservativen Drama-Fans keine Plattform für einen Shitstorm bieten?

Die Aspekte, die in diesem Zusammenhang eine Rolle gespielt haben könnten, sind extrem vielseitig und lassen (bis zu einem möglichen, offiziellen Statement) sicherlich keinen finalen Schluss zu.

Worum geht es in „God’s Own Country“ eigentlich? Und was wurde geschnitten?

Grundsätzlich sind viele Szenen, bei denen Leidenschaft und Sex eine Rolle spielen, in der Amazon Prime Version nicht mehr verfügbar. Somit erklärt es sich von selbst, weswegen viele Fans – vor allem auf Twitter – ihrem Unmut Luft machen und von einem lieblosen Zusammenschnitt sprechen.

Im Zentrum der Handlung steht Johnny, der sich in Gheorghe verliebt. Als sein Vater einen Schlaganfall erleidet, muss der Schafzüchter einen großen Teil der Aufgaben auf dem Hof übernehmen. Oft fühlt er sich in seiner Rolle überfordert.

Irgendwann entdeckt er seine Leidenschaft für das gleiche Geschlecht. Er schläft mit etlichen Männern und entwickelt langsam ein Trinkproblem. Um für ein wenig Entlastung zu sorgen, wird der oben erwähnte Gheorghe aus Rumänien als Leiharbeiter angestellt. Das Verhältnis zwischen Gheorghe und Johnny könnte anfangs nicht schlechter sein. Im Laufe der Zeit entwickeln die beiden Männer tiefere Gefühle füreinander. Für Johnny steht auf einmal nicht mehr das „schnelle Abenteuer“ im Fokus. Vielmehr schafft er es bei Gheorghe tatsächlich, sich zu verlieben.

Die Lage auf dem Hof verschlechtert sich jedoch, als Johnnys Vater zum zweiten Mal einen Schlaganfall erleidet. Gheorghe überlegt, auf dem Hof zu bleiben, knüpft hieran jedoch ein paar Bedingungen.

Alles wirkt harmonisch, bis sich die beiden Verliebten heftig streiten und Johnny – wieder unter Alkoholeinfluss – Sex mit einem anderen Mann hat. Doch was wäre eine derart erotische und actionreiche Handlung ohne ein Happy End? Am Ende finden die beiden nach etlichen Irrwegen wieder zueinander.

Mehr als „nur“ Sex!?

Wer sich ein wenig eingehender mit der Handlung rund um „God’s Own Country“ befasst, erkennt selbstverständlich, dass hier Sex eine wichtige Rolle spielt. Aber: im Gegensatz zu vielen andern Filmen und Serien scheint es hier besonders wichtig zu sein, die entsprechenden Szenen auch tatsächlich darzustellen, um den Charakter der Hauptpersonen besser verstehen zu können.

Dementsprechend ist es verständlich, dass sich viele Twitter User über die „abgespeckte Version“ aufgeregt haben. In einer Zeit, in der andere Serien extrem offen mit Sex unter Heteros umgehen, wirkt es fast schon diskriminierend, wenn Homosexuellen nicht dasselbe Recht auf den Ausdruck ihrer Gefühle eingeräumt wird.

Bleibt abzuwarten, in welcher Variante „God’s Own Country“ in Zukunft auf der Plattform verfügbar sein wird.

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