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Fake Outing für Fame?! – Dieser Schuss ging nach hinten los

Das Fake Outing für Fame & Klicks auf YouTube

Viele Social Media Plattformen stehen hinter ihrer LGBTQ Community und setzen alles (bzw. viel) daran, dass die Netzwerke ein sicherer Ort für die Menschen sind.

Sie möchten so unter anderem dazu beitragen, dass sich unsichere Teenager wohler fühlen und zu ihrer Sexualität (und damit auch zu sich) stehen können.

Ein Outing ist ein besonderer Moment bzw. ein individueller Prozess und sollte dementsprechend auch respektvollen Umgang erfahren. Sich daraus einen Scherz zu machen und so mit den Gefühlen der Betroffenen zu spielen, ist einfach nur geschmacklos. Doch genau das ist vor Kurzem auf YouTube passiert.

Der Vorfall rund um das öffentlichkeitswirksame Fake Outing

Ein durchaus bekannter YouTuber hat sich vor Kurzem einen wenig empathischen Fauxpas erlaubt, der ihn einige Fans gekostet haben dürfte. Im Internet veröffentlichte er ein Video, in dem er sich offiziell als schwul outete.

Genau dieses Video, das bereits vor ein paar Wochen durch das Internet geisterte, nahm er am Montag wieder zurück. Sein Coming Out sei nur Fake und dementsprechend geschauspielert gewesen. Dieser Spaß stößt vor allem in der Schwulen- und Lesben-Szene nun auf Kritik und schlägt hohe Wellen.

Gerade auf YouTube und Twitter ließen die Reaktionen nicht lange auf sich warten. Verständlich. Immerhin werden viele Menschen heute noch aufgrund ihrer Sexualität diskriminiert und haben es schwer, zu sich selbst zu stehen. Sich daraus einen Scherz zu machen, empfinden viele Menschen als abstoßend.

Einen ähnlichen „Spaß“ hatte sich in diesem Jahr auch übrigens noch jemand anders erlaubt. Auch Ex-Bachelor Sebastian Preuss postete sein angebliches Coming Out, was sich im Nachhinein ebenfalls als Ulk herausstellen sollte. Theoretisch hätte es sogar gepasst. Immerhin war er der erste Bachelor, der keiner seiner Finalistinnen die letzte Rose überreicht hatte.

Vielleicht waren dementsprechend hier viele seiner Fans der Meinung, dass ihm, wie damals Rafi bei „Bachelor in Paradise“, bewusst geworden sein könnte, dass er doch eigentlich auf Männer steht. Auch sein „Gag“ kam jedoch nicht gut an.

Wie weit dürfen „Pranks“ dieser Art gehen?

Durch das Internet berühmt zu werden, ist der Traum vieler junger Menschen. Die Konkurrenz schläft jedoch nicht. Um sich von einer schier unendlich großen Masse an Konkurrenten abzuheben, braucht es viel Ideenreichtum.

Doch wie weit darf ein Prank auf Kosten anderer hier eigentlich gehen? Was ist erlaubt? Und wann sind die Grenzen des guten Geschmacks überschritten?

Mit seinem Fake Outing hat der YouTuber – zumindest über einen Zeitraum von mehreren Tagen – die offene Community getäuscht und sich damit an Klicks und Kommentaren bereichert.

Und das, obwohl er sicherlich – auch aufgrund der hohen Abonnentenzahlen – für viele Kids und Jugendliche als Vorbild gelten dürfte.

Der Grund: Fake Outing als „Experiment“

Viele fragen sich, wieso ein YouTuber überhaupt darauf kommen könnte, ein solches Fake Outing zu inszenieren. Laut einem Video, das kurz auf die Klarstellung des Sachverhalts folgte, hätte es sich hierbei um ein Experiment gehandelt, um zu sehen, wie die Leute auf eine solche Aktion reagieren würden.

Immerhin entschuldigte sich der YouTuber für seinen Fehler. Er zeigte sich einsichtig und gestand zudem offen, dass es ihm im Wesentlichen um Klicks (und damit um Aufmerksamkeit) gegangen sei.

Die Aktion zeigt jedoch (leider) einmal mehr, dass die Hemmungen, die Gefühle anderer auszunutzen und andere in gewisser Weise – wenn auch indirekt – bloßzustellen, in der heutigen Zeit immer mehr verschwinden. Das Fake Coming Out Video ist daher eine von zahlreichen Aktionen bzw. Challenges, die Außenstehende mit dem Kopf schütteln lassen.

Keine Frage: bei YouTube handelt es sich sicherlich um eine spannende Plattform und um eine Möglichkeit, mit Ideenreichtum und Qualität Geld zu verdienen. Dies gilt jedoch nur dann, wenn auf spannende Inhalte und nicht auf unangebrachte Fakes gesetzt wird.

Die gute Nachricht: natürlich gibt es auch positive Beispiele! Viele Queer YouTuber richten sich mittlerweile bewusst an Gays, die unter anderem gerade mit ihrem Coming Out hadern und zeigen ihnen so auf hilfreiche Weise, dass sie mit ihrer jeweiligen Situation nicht allein sind.

 

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