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CSDs werden wieder „ursprünglicher“

CSDs werden wieder „ursprünglicher“

Wer heute an einen klassischen CSD denkt, denkt oft an schrille Kleider, wehende Regenbogenfahnen und eine große Party, die sich ihren Weg quer durch die Straßen größerer Städte zieht.

2020 hat jedoch Corona dafür gesorgt, dass Schwule, Lesben und andere Queers die Botschaft der Christopher Street Days auf andere Weise vermitteln. Somit werden die Paraden nicht weniger interessant, jedoch zwangsläufig um einiges politischer.

Auch die Teilnehmeranzahl hat sich aufgrund der Pandemie verringert… Und dennoch sind die aktuellen CSDs relevanter denn je. Viele Menschen verfolgen das Treiben und die entsprechenden Botschaften über Livestreams im Internet. Vor allem der CSD in München zeigte, das Protestieren nicht immer „nur“ bunt sein muss.

Ein beeindruckender Blick auf die queere Gesellschaft

Zuschauer, die einen CSD besuchen, lieben es oft nicht nur, mit den Queer aus aller Welt unter der Regenbogenfahne zu feiern, sondern auch einen kleinen (oder großen) Blick in ihre Szene zu erhaschen.

Fragen wie „Welche Probleme sind aktuell?“ oder „Wie kann ich unterstützen?“ sind hier an der Tagesordnung. Um genau hierauf Antworten zu liefern, haben die Organisatoren in diesem Jahr vorgesorgt. Oder anders: an Infos rund um die Szene mangelt es auch in Zeiten von Corona nicht.

Wer beispielsweise auf virtuellem Wege am CSD in München teilnahm, konnte sich zahlreiche Kundgebungen via Live Stream anschauen. Wie auch in den Jahren zuvor, nahmen hier viele Organisationen, Unternehmen und Menschen aus allen Gesellschaftsschichten teil.

Bei aller Ernsthaftigkeit und dem Appellieren für mehr Toleranz und Gleichberechtigung kam jedoch auch – wie beim klassischen CSD – der Spaß nicht zu kurz. Viele Live Performances rundeten das Spektakel ab, das 2020 anders, aber dafür nicht weniger interessant erlebt werden konnte. Viele Menschen verharrten über etliche Stunden vor ihren PCs und genossen die zahlreichen, schillernden Einblicke in eine (für viele) andere Welt.

Mit viele internationalen Themen

Der CSD in München betonte im Rahmen der verschiedenen Kundgebungen immer wieder, dass  gerade in internationaler Hinsicht und mit Hinblick auf die Rechte von Lesben und Schwulen noch ein langer Weg zu gehen sei. Viele aktuelle Beispiele zeigen, dass Homosexualität in anderen Ländern teilweise sogar hart bestraft wird.

Leider gerät dieser Aspekt heutzutage immer wieder in Vergessenheit. Die LGBTQ Szene beschränkt sich nicht nur auf Deutschland. Weltweit kämpfen Queers um ihre Rechte – und werden dabei schon jetzt von vielen Menschen unterstützt. Es muss jedoch noch viel passieren, bis vielleicht irgendwann tatsächlich jeder Homosexuelle offen zu seinen Neigungen stehen kann.

Beim CSD in München sollte jedoch nicht nur auf Missstände hingewiesen, sondern auch die Jugend unterstützt werden. Immerhin kann es gerade jungen Menschen – auch in einem weitestgehend offenen und toleranten Land wie Deutschland – schwerfallen, sich öffentlich zu ihrem Schwul- oder Lesbisch-Sein zu bekennen. Daher wurde im Rahmen verschiedener (virtueller) Angebote auch auf Probleme dieser Art eingegangen.

Virtuelle CSDs dürften nicht nur in München Eindruck hinterlassen

Wer sich mehrere Stunden Zeit genommen hat, um sich durch die zahlreichen virtuellen Angebote rund um CSD und Co. zu klicken, wurde mit etlichen Eindrücken berieselt. Die Veranstaltungen dieser Art, die in den kommenden Wochen ebenfalls über das Internet stattfinden werden, dürften hierbei keine Ausnahme bilden.

Mit dem Ziel, mehr über die Probleme und Herausforderungen der Szene zu erfahren, sich selbst helfen zu lassen oder nach Möglichkeiten zur Unterstützung zu suchen, bietet es sich an, zunächst alle Eindrücke auf sich wirken zu lassen, um ein paar Tage später mit der Recherche nach Organisationen und Co. zu starten.

Fest steht: Ein CSD kann Horizont-erweiternd wirken, sowohl für Queers als auch für Heteros.

 

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